Van den Machandelboom

Eine Akte. “Expo 1992” steht darauf. Mysteriös und fehl am Platz, inmitten alter Buchhaltungsordner und Kontoauszüge der 1990er Jahre. Schlägt man sie auf, erwarten einen seitenweise Korrespondenzen mit Anwälten, Bühnenbildner*innen, Speditionsunternehmen, Verwaltung und Politik. Die Projektanträge dazwischen versprechen große Pläne für die Reise. Zur Expo nach Sevilla. Um einem internationalen Publikum "Van den Machandelboom" zu zeigen. Jetzt, 34 Jahre später, fragen wir uns: Was ist von dieser Geschichte geblieben? Warum ist sie einfach ein Teil der anderen verstaubten Akten geworden. Wir befragen die damals Beteiligten und zeichnen die Reise nach. Gleichzeitig werden wir das erzählte Märchen aus unserer heutigen Perspektive neu interpretieren. Und uns dabei fragen, was das Erzählen von Märchen heutzutage noch interessant macht.

„Van den Machandelboom“ ist eine der gewaltvollsten Erzählungen in der Kinder- und Hausmärchensammlung der Gebrüder Grimm. Themen wie Tod im Kindbett, häusliche Gewalt, Kindsmord, Kannibalismus und Lynchjustiz treffen uns in ihrer erschreckenden Brutalität. Ein Junge, dessen Mutter im Kindbett stirbt und fällt nach kurzer Zeit dem Hass seiner Stiefmutter tödlich zum Opfer. Durch die Liebe und Fürsorge seiner Schwester als Vogel auferstanden, sinnt der Getötete auf Rache und die Geschichte endet mit dem Tod der Stiefmutter.

  • 07.11. 20:00 bis 07.11. 20:00
  • Figurentheater - Alte Fuhrhalterei, Kleine Gildewart 9 49074 Osnabrück Deutschland